Die Geschichte der Baptisten in Deutschland
Neben den Staatskirchen mit ihren engen Bindungen an die weltliche Obrigkeit entstanden unterschiedliche protestantische Gemeindebewegungen. Die geschichtlichen Wurzeln des Baptismus liegen im 16. Jahrhundert. Damals entstand der dritte Zweig der Reformation, die Täuferbewegung. Tausende Christen erkannten damals durch das Lesen der Bibel, dass die christliche Gemeinde nur aus an Christus glaubenden Menschen bestehen sollte. Diese Erkenntnis war revolutionär – und wurde von der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit strikt abgelehnt, die Täufer wurden blutig verfolgt. Im 17. Jahrhundert kam es erneut zur Gründung täuferisch gesinnter Kreise in Holland und England. Sie wurden zur Ausreise nach Amerika gedrängt.
Die erste Baptistengemeinde auf deutschem Boden entstand 1834, als sich der Kaufmann Johann Gerhard Oncken mit sechs Freunden in Hamburg in der Elbe von einem baptistischen Theologen aus den USA taufen ließ. Von Hamburg aus breitete sich die Bewegung über ganz Europa aus.
Von staatlichen und kirchlichen Instanzen mit viel Misstrauen beobachtet wuchs diese Bewegung in Deutschland und bereits 1837 wurde die erste Gemeinde in Berlin gegründet. In den Revolutionsjahren um 1848 setzten sich deutsche Baptisten für die Glaubens- und Meinungsfreiheit ein. Ihre rechtliche Anerkennung als Glaubensgemeinschaft erlangten sie in Preußen erst 1875, hielten aber an dem Prinzip der Trennung von kirchlichem Leben und staatlicher Gewalt fest. Die Zeit des Nationalsozialismus mit wachsendem politischen und ideologischen Druck führte zu einem Zusammenschluss des Baptistenbundes mit den Elimgemeinden und dem Bund freier Christengemeinden, weshalb der Gemeindebund zu dem auch unsere Gemeinde gehört, heute den Namen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland trägt.